Der kleine Vany kommt nach Portugal

Für Kathy heißt es Abschied nehmen und für vier Wochen zurück nach Deutschland fliegen. Nach unserer gemeinsamen Zeit im Van haben wir den Alltag testen können um weiter zu planen und Ideen entwickeln. Eine Idee ist, der kleine Van „Vany“ kommt nach Portugal. Zur Olli gesellt sich Vany und geht mit auf Reisen. So viel zum Plan. Ob der Plan auch so aufgeht oder Kathy eventuell das Vanlife ganz sausen lässt, erfährts du hier. Aber erstmal geht es für mich mit einer Greengate Stofftasche in der Hand Richtung Flughafen nach Sevilla.

Kurz, was bisher geschah und wie schnell die Zeit vergeht

Wenn du unsere Geschichte verfolgst, dann weißt du mit Sicherheit bescheid, dass wir 5 Wochen unseres Sommerurlaubes unterwegs waren. Viele Kilometer gefahren, viele Länder gesehen und auf sehr vielen Plätzen gestanden haben. Wir haben ja Zeit, die nahmen wir uns nicht immer. Oft mussten wir einfach nur viele Kilometer schaffen, damit wir da ankommen, wo wir es geplant haben. Aber so ist die Wirklichkeit, was den Begriff Vanlife für mich angeht. Das geile Bild für Instagram zu bekommen ist manchmal nicht so einfach wie man glaubt.

Im Mai diesen Jahres sind wir gestartet, Afri, Kit und zudem Zeitpunkt noch Stormy, der leider im August verstorben ist. Aber gemeinsam mit ihm kam Muk zu uns, so sollte es wohl sein und das kleine Mädchen in von Anfang an ein Vanlifehund. Muk ist ein Mischling und durch ihre rumänischen Wurzeln ein Traveler, wie wir!

Von Mai bis Ende August waren wir „ganz normal“ arbeiten im Büro und nach Feierabend auf der Suche nach möglichen Stellplätzen in der Umgebung. Also wenn du Tipps bezüglich Stellplätze in Mittelhessen benötigt, wir kennen uns aus..Lach..

Vanlife in Mittelhessen

Einer unserer Lieblingsplätze in Leun

Na ja manchmal war es weniger zum Lachen aber wir haben es aus meiner Sicht mehr als gut gemeistert. Ob es darum ging draußen in Wetzlar auf dem Wohnmobilstellplatz zu duschen oder sich zu rasieren, die Hunde zu versorgen, kochen und bevor ich es vergesse sogar zu bügeln, es hat funktioniert. Auch wenn ich diesen Begriff „funktioniert“ nicht besonders mag. Es drückt so etwas maschinelles aus und es kommt weniger emotionales zum Vorschein. Jedoch in diesem Fall passt dieser Begriff ganz gut. Im Nachhinein betrachten war die Zeit in Mittelhessen, um die Arbeit herum sich zu organisieren, wirklich einmalig. Auf sechs Quadratmeter Fläche, Kochen, Schlafen, Essen, Arbeiten und noch mit einem Vierbeiner dazu. Manche können sich das nicht mal mit ihrem allerliebsten Lieblingsmenschen vorstellen, geschweige denn auszuprobieren und wir Zwei haben dies einfach gemacht. Und ich bereue keine Sekunde diese Entscheidung.

Sechs Quadratmeter werden mit der Zeit doch herausfordernd !

Umso schwerer ist mir die Trennung gefallen. Vier Wochen weg von Mann du Hund, zurück in eine Wohnung mit fließend warmem Wasser und immer einer Toilette. Als ich zum Flughafen nach Sevilla fuhr, hatten wir zwei einen Plan aber ob dieser Plan aufgehen wird, wer weiß das schon.

Wir haben gemerkt, dass ein Van uns zwar reicht aber nicht ausreichend Platz zum Arbeiten und Wohnen bittet, also hatte Afri die Idee. Er hat noch in Deutschland seinen kleinen Van, damit waren wir letztes Jahr am Nordkap gewesen und eigentlich sollte er ein neues Zuhause bekommen. So entstand die Idee den kleinen Van nach Portugal zu holen, Kathy fliegt zurück nach Deutschland zum Arbeiten, macht den kleinen Van fit und kommt dann nach Portugal gefahren und wir bekommen ein Woh-Esszimmer dazu. Soviel zum Plan.

Wie lange werde ich so für knapp 2500 Kilometer brauchen? Wie viele Kilometer werde ich am Tag schaffen. Ich muss dazu sagen, dass ich zwar Auto fahre und in den letzten Jahren immer längere Strecken zu meiner Arbeit gefahren bin aber keine 2500 Kilometer. Normalerweise suchen wir gemeinsam einen Platz zum Stehen und Schlafen aus und schauen wie es uns beiden und Muk gefällt aber bei dieser Aktion Back Home bin ich auf mich allein gestellt.

Wieder in Deutschland Hallo Familie

Ein Dekoladen wo die Menschen die Zeit bei einer Tasse Tee genießen können.
Bei meiner Schwester im Laden, so viel schöne Deko

Die vier Wochen in Deutschland fasse ich mal knapp zusammen. Ankommen, wieder ins Büro gehen, arbeiten, Dinge organisieren, den kleinen Van fit machen, Dinge einkaufen. Ganz wichtig für Muk Pansen und Co. besorgen. Übergabe an der Arbeit, losfahren. Was jedoch nicht zu kurz kommen darf, ist meine Familie. Meine Schwester und ihre kleine Familie sind grossartig. Ob es darum ging mit mir ihre Zeit zu verbringen oder bei SchwesterHerz im Dekolädchen ein Schwätzen zu halten. Bei Marie fühle ich mich wie Zuhause. Meine Mama war zwar in der Zeit nicht da aber die regermäßigen Besuche haben uns super gut getan und ich bin sehr dankbar für ihre Unterstützung. So sind die Mamas.

Eine blonde Frau steht vor einem ausgebauten Van und schaut sich die Zeit an

Am Mittwoch gegen vier Uhr nachmittags bin ich gestartet. Ich nahm mir vor, am diese Abend Frankreich zu erreichen und dies tat ich auch. Normalerweise benutzen wir immer die Park4Night App zur Schlaf/Stehplatzsuche aber ich entschied mich diesmal für einen Parkplatz. Einfach und gut. Ich stand nicht alleine da und so in der Dunkelheit sah es nach etwas Leben aus. Der Donnerstag und Freitag liefen so ab, dass ich eigentlich mit Pausen den ganzen Tag gefahren bin. Ich hatte sehr viel Zeit zum Nachdenken und Überlegen, vielleicht werde ich mit der Zeit auch mal darüber schreiben. Am Freitag so gegen 23 Uhr war es dann soweit und ich fuhr auf den Parkplatz, wo bereits Alex schon auf mich wartete. Ich habe mich so sehr gefreut, ihn und Muk endlich nach 4 Wochen zu sehen. Auch wenn wir täglich über Whats App geschrieben und auch telefoniert haben, ist es trotzdem so schön, den Menschen im Arm zu halten, denn ich so sehr vermisst habe. Gemeinsam einzuschlafen und den Alltag zu gestalten, da mussten auch ein par Tage erstmal vergehen.

Trennung auf Zeit und das Wiederkommen nach Hause

Aktuell stehen wir an einem Platz, der von einem portugiesischen Verein verwaltet wird. Hier können wir sogar mit zwei Vans stehen und Muk hat auch fast alle Freiheiten. Dusche, Toilette auch ein Plummsklo ist vorhanden. Was aber ganz ungewöhnlich und zugleich super angenehm ist, es gibt beim Geschirrspülen warmes Wasser. Wir hatten bis jetzt noch auf keinem Platz warmes Wasser zum Spülen. Und wer schon mal eine Pfanne vor Fett befreien wollte, wird dieses Gefühl kennen. Wie lange wir hier stehen bleiben ist nicht geplant. Meinen Geburtstag haben wir auch auf diesem Platz verbracht. Wir fühlen uns hier eigentlich ganz wohl. Man lässt uns, so sein wie wir sind. Es gibt keine Vorschriften außer Muk darf die Chickens nicht jagen, aber das ist auch gut so.

Der erste gemeinsame Tag nach vier Wochen

Der Plan, was das „Zwei-Vans“ Wohnkonzept angeht ist zumindest für diese Zeit voll aufgegangen. Wir haben mehr Raum, mehr Freiraum für jeden von uns. Während Alex gerade noch am Arbeiten ist, sitze ich im kleinen Van und schreibe am Blog. So haben wir uns Stück für Stück unser kleines Paradis erschaffen. Natürlich ist nicht alles zu 100% perfekt und mit Sicherheit für die Außenstehenden überhaupt nicht vorstellbar aber das ist auch gut so. Denn es ist mein, unser Konzept, in dem wir uns wohlfühlen.

Die Wohnung aufzugeben, all die Sachen zu verkaufen und zu verschenken. Sich von vielen Dingen freischaufeln, all das hat mir persönlich geholfen, mein Leben wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Ich bin zufrieden und glücklich über mein Leben, es ist nicht selbstverständlich diese Dinge, wie ich sie aktuell habe, zu erfahren. Einen Menschen an meiner Seite zu haben, der diesen Leben mit mir erlebt. Das ist mein Vollzeitvanlife!

 

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