Quer durch Europa – Vollzeitvanlife im Süden

Von Afri
Mit dem Van quer durch Europa am Mittelmeer in Kroatien

Nicht nur der Jahresurlaub lässt sich erholsam im Süden Europas verbringen. Auch das Leben im Van ist bei entsprechenden Temperaturen, wenigen Regentagen und einem allgmein milderen Klima komfortabel. Zumindest im Vergleich zum Herbst und Winter in Deutschland.

Während aber der Urlaub in einem Van eher auf absolute Erholung und das Reisen selbst ausgelegt ist, haben wir nach nun knapp 3 Wochen festgestellt, dass es sich für uns anders anfühlt. Wir haben grundlegend einen anderen Schwerpunkt und auch einen anderen Umgang mit unserem Alltag, als es “normale” Urlaubsreisende vermutlich haben.

Sicherlich kennst Du dieses Gefühl, wenn Du für deinen Sommerulraub packst. Ob Du nur Deine Sachen für den Flug zusammensuchst, einen Wohnwagen einräumst oder Deinen Campervan startklar machst. Alleine die Vorbereitungen stimmen Dich schon auf den anstehenden Urlaub ein. Anders hat es sich bei uns gestaltet. Wir waren bereits vollständig mit allem was wir besitzen, in unseren Van eingezogen. Es gab kein großes Packen.

Zum Start unserer großen Reise haben wir bereits mehrere Monate im Van gelebt und waren bereits komplett in diesem Vanlifeding, zumindest im Umkreis unserer Arbeitsstellen. Trotzdem hatten wir uns wahnsinnig darauf gefreut, wenn wir endlich starten konnten, ohne nach einem kurzen Wochenende wieder an die immer gleichen Plätze zurückzukehren.

Dann kam Muk ins Vollzeitvanlife

Ungefähr 4 Wochen, bevor wir ins Abenteuer starten wollten, gab es unerwarteten Zuwachs. Wirklich absolut zufällig kam an einem unserer Plätze ein Mann auf uns zu und erzählte, dass er einen Wurf Welpen bekommen hatte. Eigentlich waren wir uns einig, dass wir keinen Hund mehr haben wollen würden, wenn Stormy nicht mehr bei uns ist. Am selben Nachmittag zog Muk bei uns ein.

Muk als Welpe im Vollzeitvanlife
Zuerst dachten wir die kleine Muk wäre ein Junge, allerdings fanden wir dann schnell heraus, dass es sich um ein Mädchen handelt. Ein freches kleines Mädchen, das unseren gesamten Alltag auf den Kopf stellen sollte.

So sehr wir uns auch über die Kleine freuten, stellte es unsere gesamten Reisepläne auf den Kopf. Das kleine Mädchen war einfach noch zu jung um durch Europa zu reisen. Hunde dürfen erst mit 15 Wochen in andere Länder einreisen und müssen eine aktive Tollwutimpfung haben. Das hatten wir absolut nicht bedacht, als wir sie bei uns aufgenommen hatten. Und es gab ein weiteres Problem, die Anwendung der Tollwutimpfung bei Welpen. Diese findet erst nach frühestens 12 Wochen statt, braucht dann 21 Tage bis sie ihre Wirkung/Gültigkeit erhält oder sollte nicht zwischen die Erstimpfungen sondern erst mit deren Auffrischung verabreicht werden.

Mit dieser recht ernüchternden Erkenntnis und der Option das kleine Mädchen an irgendeiner Grenze für 3 Monate in Quarantäne geben zu müssen, verschoben wir unsere gesamten Pläne. So sehr wir uns auf den Start unserer großen Reise gefreut hatten, so schwer fiel es uns nun das Vorhaben um einen weiteren Monat zu verschieben. Während sich mein Arbeitgeber freute, da gerade sehr viele Projekte anstanden, war diese Planänderung für die Arbeitsstelle von Kathy, auf einer Bank, eher kompliziert umzusetzen und mit mehreren Gesprächen verbunden.

Endlich geht es los nach Südeuropa, in unser Vollzeitvanlife

Auch wenn es im Vorfeld keinerlei Vorbereitung bedurfte, fühlte es sich groß an, als wir den Zündschlüssel rumdrehten und wussten, dass wir nicht am nächsten Montag zurück kommen würden. Wir hatten uns von unseren Familien gebührend verabschiedet und starteten auf deutschen Autobahnen richtung Kroatien. “Sollen wir eher links oder eher rechts richtung Süden fahren?” Sagte ich noch auf dem Weg nach Kassel. Rechts wäre Portugal, links Kroatien mit dem großen Ziel rauß aus Europa nach Albanien zu fahren.

Wir fuhren links…