Ein Auszug aus dem 365 Tage Vollzeitvanlife.

Von Kit
Ein Auszug aus dem 365 Tage Vollzeitvanlife.

Wie lebt es sich Vollzeit im Van? Willst du wissen, wie sich ein ganz gewöhnlicher Donnerstag Morgen so anfühlt?Dann bleib dran und lass dich inspirieren!

Eine Autobahn ohne Tempolimit

Heute ist Donnerstag, der 15. August 2019, es regnet seit heute Nacht und irgendwie ist für heute laut Wetterprognose keine Besserung in Sicht. Unsere Olli hat in der Nähe einer Bundesstraße bei Wetzlar ihren Platz gefunden und die ganze Nacht, wie bei einem Erdbeben gewackelt. Die Bundestrasse entpuppte sich jeher als eine Autobahn ohne Tempolimit. Nach unserem Biergartenbesuch am Abend hätte keiner von uns gedacht, dass unser Bett sozusagen die Bundesstraße berühren wird. Aber wir hatten die Lautstärke ja durch eine Bierbrille gesehen. 

Ein Auszug aus dem 365 Tage Vollzeitvanlife.

Eine Zigarette ?

So war heute Morgen um 4 Uhr unsere Nacht vorbei. Das Bier hatte seine Wirkung verloren und die LKWs waren plötzlich präsent. Was nun?? Afri raucht erstmal eine Zigarette. Muk schläft einfach weiter und Kathy, na ja sie denkt darüber nach eventuell aufzustehen und joggen zu gehen. Nach der Raucherpause ist die Überlegung eine Weltraumdoku anzusehen aber die Startseite vom Tablet ist so hell, dass wir beide uns dagegen entscheiden. Joggen war jetzt auch keine Option mehr. So wälzen wir uns von einer Seite auf die andere bis schließlich um 6 Uhr unser Wecker klingelt.

Guten Morgen!

Guten Morgen Zeit zum Aufstehen. Muk ist bereits auf den Beinen und versucht ins Bett zu gelangen. Wir sind beide so was von fertig, drehen uns um und schlafen noch einmal ein. Alles Gute hat ja bekanntlich sein Ende und da Afri heute noch pünktlich im Büro sein muss, stehen wir um 7:30 Uhr endlich auf. Immer noch mitgenommen von der Bundesstraße und keine Zeit mehr für einen Kaffee machen wir uns Bürofertig.

Ein Auszug aus dem 365 Tage Vollzeitvanlife.

Afri bekommt heute das Badezimmer in Olli ganz für sich allein. Ich gehe erstmal eine Runde mit Muk und genieße den Regen auf meinem Kopf. Es ist trotz des Lärms von der Bundestraße irgendwie ruhig und friedlich. Ich schau auf den See, der voller Enten ist. Der Regen plätschert auch auf ihre Köpfe und es kommt mir so vor, als würde es denen nichts ausmachen. Im Gegensatz zu uns Menschen.

Die Vantür ist immer noch geschlossen, somit lassen wir Afri noch ein wenig Zeit. Als Muk und ich wieder zurück am Van sind ist Afri endlich fertig. Zeit ums ins Büro zu fahren.

Und ich? na ja ich selbstverständlich auch. Heute mach ich mich aber nicht im Van zurecht, sondern in meinem Auto. Ich habe zusätzlich zum Van mein Auto behalten, damit wir flexibler sein können. Unsere Arbeit ist nicht im gleichen Ort, also fahren wir meist getrennt. Da lohnt es sich ein zweites Fahrzeug zu haben. Zumindest noch solange wir in Mittelhessen arbeiten. Mein Auto ist gleichzeitig auch ein stückweit mein Zuhause. Kleidung zum Wechseln, Handtücher, Wasser und alles was noch so dazu gehört.

Manchmal sind wir Menschen einfach sprachlos

Einige Spaziergänger staunen über meine Umziehmethode und ein Lächeln erscheint auf ihren Gesichtern.  Keiner spricht mich an.  Ein Angestellter des Biergartens kommt auf den Parkplatz gefahren und wundert sich ebenfalls. Aber auch hier traut sich keiner mich zu fragen, was ich da genau mache.

Nach drei Monat Vanlife bin ich offener geworden. Offener gegenüber dem wie ich lebe und wohne.  Anfangs habe ich mich etwas zurückgehalten und versucht das Thema nicht anzusprechen oder davon zu erzählen. Aber Stand heute stehe ich dazu. Ich, wir leben in einem Van und wieso auch nicht.!? Oft müssen wir einfach zu unseren Entscheidungen stehen. Wenn ich selbst davon überzeugt bin, nur dann strahle ich auch eine allgemeine Zufriedenheit nach außen aus. 

Ein kurzer Auszug aus 365 Tage Vollzeitvanlife. Damit wollte ich euch ein Stück an meinem Alltag, an einem verregneten Donnerstagmorgen teilhaben lassen und zeigen, dass es nicht viel anders ist als in einer Wohnung oder einem Haus.

Und nicht zu vergessen, die erste Hose fürs Büro musste gewechselt werden. Naja Muk ist noch nicht ganz soweit ihre dreckigen Pfoten bei sich zu behalten.