Selbstausbau in Rekordzeit. 365 Tage Vollzeit Leben im Van.

Von Afri
Selbstausbau im Van. Afri und Kit bauen einen Sprinter aus.

Ein Selbstausbau ist immer eine risikoreiche und spannende Gelegenheit an seine Grenzen zu stoßen. Im ersten Schritt geht es darum das passende Fahrzeug zu finden und dann beim Vanausbau möglichst gravierende Fehler zu vermeiden.

Das passende Fahrzeug zu finden ist für jemanden, der absolut keine Ahnung von der Materie hat, eine ganz besondere Geschichte. Man muss sich auf sein Bauchgefühl verlassen und wird ziemlich wahrscheinlich auch damit auf die Nase fallen. So zu tun, als wüsste man auf was man beim Kauf zu achten hat, wird ziemlich schnell enttarnt. Zudem kauft man ein Nutzfahrzeug was meist über eine bewegte Geschichte verfügt und die Händler in diesem Bereich nehmen nur ungerne Rücksicht auf die Bedürfnisse von Privatkäufern.

Wir schauten uns also zahlreiche Angebote an und hörten immer auf unser Bauchgefühl. Manchmal sogar auf den gesunden Menschenverstand. Ob es nun kosmische Fügung war oder schlichtweg die Tatsache, dass wir keine Lust mehr hatten zu suchen, wir fanden schließlich ein Fahrzeug. Wir fuhren den Sprinter eine Runde durch ein Industriegebiet (der Tank war zur Probefahrt praktisch leer) und entschieden uns direkt danach, dass es dieses Fahrzeug sein sollte. Er hatte so gut wie keinen Rost und sah im Gegensatz zu dem, was wir bisher besichtigt hatten ziemlich gepflegt aus. Uns störte nicht einmal der Ausschluss jeglicher Ersatzansprüche, Gewähr oder sonstiger Möglichkeiten das Fahrzeug im Zweifelsfall zurück bringen zu können. Wir sind eben Profis, Bereuen gibt es nicht.

Der Preis war moderat und lag im Budget, dabei kalkulierten wir zwei- bis dreitausend Euro an Reparaturen ein. Das was für uns tatsächlich entscheidend war, war der gute Zustand der Karosserie und der allgemeine Eindruck beim Kauf. So wurden wir ziemlich unerwartet und doch schneller als gedacht die glücklichen Besitzer eines Mercedes Sprinter. Für mich das perfekte Fahrzeug zum Selbstausbau.

DieOlli wird zum Van ausgebaut

Unser Auto brauchte dringend einen Namen. Da die Erfahrung mit dem Händler positiv und negativ prägend war, bekam er auch dessen Namen. Ich würde sagen wir wurden mehr oder minder etwas übers Ohr gehauen. Aber nur soviel, dass ein ungutes Gefühl und im ersten Moment ein blaues Auge übrig blieben. Wir sind ja Profis und wollten es nicht anders.

Da wir im weiteren Verlauf feststellten, dass das Fahrzeug recht viele Zicken machte, konnte es aus unserer Sicht definitiv kein Olli männlicher Natur sein. Wer oft Kopfschmerzen hat oder gelegentlich macht, was er will, muss eine Frau sein. Somit wurde aus Olli ganz klar “Die Olli”.

Ungeachtet der Tatsache, dass unser neues Zuhause etwas Öl verlor und auf jeden Fall noch einen CheckUp in einer Werkstatt brauchte, begannen wir mit dem Ausbau. Da wir zeitgleich unsere Wohnungen auflösten musste alles recht schnell gehen.

Kathy hatte vor diesem Hintergrund einen hochwertigen Bauplan für den Selbstausbau angelegt, damit wir immer ein Bild vor Augen hatten, wie es am Ende aussehen sollte.

Der Bauplan zum Selbstausbau
Auf dem Bauplan sieht man deutlich die Anordnung. Links die Küche, hinten das Bett und rechts die Sitzbank.

Am Anfang stand die Vollständige Reinigung des Innenraums und siehe da, wir hatten uns nicht getäuscht. Ich hatte erwartet, dass beim Herausnehmen der Bodenplatte im Laderaum oder den Kunststoffverkleidungen im Fahrerhaus Unmengen an Rost zutage treten würden. Tatsächlich zeigten sich nur vereinzelt kleinere Rostpunkte, die sehr schnell beseitigt und konserviert waren. Damit hatten wir eine Sorge weniger und konnten beginnen den Innenraum vollständig mit Armaflex zu isolieren.

Isolieren mit Armaflex beim Selbstausbau

Da wir natürlich auch noch unsere Jobs hatten, mussten wir besonders die Wochenenden für den Selbstausbau nutzen. So verbrachten wir zwei ganze Wochen damit die Flächen vorzubereiten und zu isolieren. Eine Arbeit die sich mehr als bezahlt macht. Nichts geht über eine ordentliche Isolierung, ob bei hohen oder niedrigen Temperaturen.

Fenster im Selbstausbau

Fenster im Selbstausbau. Afri baut ein Fenster in den Van ein.

Der kritischste Punkt beim Selbstausbau sind die Fenster. Insgesamt mussten zwei Dachluken und ein Seitenfenster verbaut werden. Nachdem das erste Loch in die Karosserie gebohrt ist, gibt es kein Zurück mehr. Trotzdem funktioniert das Ganze mit einem Metallbohrer und einer Stichsäge mit passenden Sägeblättern ganz gut.

Afri setzt die Dachluke beim Selbstausbau ein.

Es ging zügig voran und tatsächlich gab es keinerlei nennenswerte Rückschläge. Wir werkelten und bauten, was das Zeug hielt.

Kit verlegt den Boden beim Selbstausbau
Afri schleift beim Selbstausbau das Bett ab.

Während unser Selbstausbau Gestalt annahm (fertig nach 30 Tagen mit 196 Arbeitsstunden) und wir von nennenswerten Pannen verschont blieben, verhielt es sich mit den Reparaturen am Fahrzeug anders. Die Werkstatt war nicht unser Freund und ein Drama begann, wodurch das gesamte Projekt auf der Kippe stand.