Frühstück im Schnee beim Boondocking
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Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap – Teil 4

Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap - Teil 4
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Afri

Autor, Blogger, Streamer, Fotograf bei Afrify
100 % sarchotic is er, der liebe Afri. Manchmal auch etwas verwirrt, konzeptlos und will immer zu viele Schritte auf einmal nehmen. Außerdem hat er eigentliche viel zu viel um die Ohren. Trotzdem bemüht er sich regelmäßig ein paar sympathische Artikel im Bereich Fotografie, Reisen und seiner geliebten Kolumne zu veröffentlichen.

"Ich freue mich sehr, wenn Dir meine Artikel gefallen. Natürlich ist die Freude umso größer, wenn Du es schaffst auch noch einen Kommentar zu verfassen. Ich freue mich auf Dein Feedback und konstruktive Kritik."
Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap - Teil 4
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Das Besondere am Boondocking ist, dass man sich einfach irgendwo einen schönen Platz sucht und das Vanlife genießt. Oftmals auch fernab jeglicher Zivilisation.

Nachdem wir mitten in Stockholm gestanden haben, wird es nun Zeit für etwas Natur. Wir fahren an Schwedens Küste entlang und wollen in erster Linie einige Kilometer zurücklegen. Das Ziel ist es, das Nordkap bis spätestens Silvester zu erreichen. So bleibt uns noch eine Woche, die wir für eine gemütliche Fahrt zurück nach Deutschland nutzen können.

Wir lassen Uppsala hinter uns, fahren an Gävle vorbei und kommen immer weiter in den Norden von Schweden. Das Wetter wechselt zwischen niedrigen Plus- und einstelligen Minustemperaturen. Der Schnee, der noch einige Tage zuvor alles in einen schönes Weiß verwandelt hat, wird zu einer schwarzen, schmutzigen Masse. Unsere Windschutzscheibe wird selbst durch das Scheibenwischwasser nicht mehr sauber und da es bereits früh dunkel ist, fahren wir mehr nach Gefühl, als nach Sicht. Zum Glück haben inzwischen viele Tankstellen auch kleine Servicestationen, an denen man Wasser auffüllen und die Scheibe reinigen kann.

Kathy und die Fertigsuppe durch Schweden

Neben den Pausen, die wir zum Säubern der Scheibe brauchen, nehmen wir uns auch immer wieder kurze Auszeiten vom langen Sitzen und Fahren. Wenn Kathy fährt, arbeite ich am Laptop und wir hören währenddessen Musik. Eigentlich kein spektakulärer Tag, da man draußen kaum etwas sieht, das Wetter sehr durchwachsen ist und wir beide etwas in Gedanken sind. Solche Tage gehören aber einfach dazu. Eben wie zu Hause auch.

Nach 500km suchen wir auf Park4Night einen geeigneten Stellplatz für die Nacht. Inzwischen haben wir wieder getauscht und ich fahre. Als wir etwas Passendes gefunden haben, führt uns das Navi rund 15km weg von unserer eigentlichen Route. Wir haben uns eine kleines Meeresbucht in Schweden ausgesucht. In Killingsnäs angekommen, leitet uns die freundliche Stimme aus dem Handy in einen dunklen Wald. Auf einem kleinen Wanderweg, der zwar geräumt aber wenig befahren ist geht es ca. 2 Kilometer immer weiter in die Dunkelheit. Bei einer Weggabelung müssen wir uns rechts halten, ausgerechnet der Weg, der nicht mehr geräumt ist. Der Van rutscht etwas und der trockene Schnee knackt unter den Reifen. Nach einer Weile befinden wir uns an einem Wendehammer. Die Stimme aus dem Handy verkündet „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“, unser Schlafplatz für die heutige Nacht.

Es fühlt sich schon etwas einsam an, aber wir bleiben. In der Dunkelheit können wir nur ein kleines rot-weißes Häuschen erahnen.

Boondocking – Du wachst auf und realisierst erst wenn es hell ist, wo Du eigentlich gelandet bist.

Boondocking im Wald in Schweden

Am nächsten morgen schaue ich durch die Fensterabdeckung nach außen. Die Sonne geht gerade auf und ich kann vom Van aus das Meer erkennen. Es ist nur 50 Meter von uns entfernt. Wir sind noch ganz schön verschlafen und trotzdem treibt uns die schöne Aussicht nach draußen in die Kälte. Im Moment fühlen sich auch -3°C noch ziemlich frisch an, aber wir gewöhnen uns immer mehr an die niedrigen Temperaturen.

Häuschen im Schnee am Strand in Schweden

Das kleine Häuschen, was wir in der Nacht durch die Dunkelheit erkennen konnten ist ein Toilettenhäuschen, was zum angrenzenden Strand gehört. Während Kathy sich über das „Badezimmer“ freut, überlege ich mir etwas anderes. Es ist für mich das erste Mal, dass ich einen schneebedeckten Strand sehe und ich finde es ist der perfekte Platz für ein Frühstück am Wasser während die Sonne aufgeht.

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, packen wir alle notwendigen Sachen in eine der Euroboxen aus dem Kofferraum und tragen sie ans Meer. Dann bauen wir unser Frühstück auf und setzen uns gemütlich in den Sonnenaufgang.

Frühstück am Strand in Schweden mit Schnee
Frühstück im Schnee beim Boondocking

Während man das Rauschen der Wellen hört und das gefrorene Meerwasser am Rand in der Sonne glitzert, stellen wir fest, dass unsere Gaskocher nur auf gutes Wetter und Windstille ausgelegt sind. Während wir versuchen das Kaffeewasser warm zu bekommen, bläst der Wind immer wieder die Flamme beider Kocher aus. Wir verzichten dann lieber vorerst auf den Kaffee und essen beide eine Scheibe Toastbrot. Natürlich ebenfalls ungetoastet. Trotzdem wird uns dieser Morgen und dieser Platz ganz besonders in Erinnerung bleiben.

Am schneebedeckten Strand in Schweden

Die Temperaturen sind trotz des Windes an diesem Tag unfassbar mild, verglichen mit der klirrenden Kälte in Stockholm. Auch im Rückblick auf unsere lange Autofahrt zu diesem Platz mit dem ganzen Schneematsch, erscheint es an diesem Morgen wie der perfekte Tag ein paar Stunden zu investieren und etwas die Umgebung zu erkunden.

Mit dem Van unterwegs zu sein bedeutet viel hinter dem Steuer zu sitzen. Ausreichende Bewegung ist immer eine Wohltat, besonders an so einem schönen Tag.

Wir ziehen unsere Handschuhe und die Mützen an, machen die Jacken zu und los geht’s. Wir laufen immer am Meer entlang und entdecken neben schönen Aussichtspunkten auch eine kleines Feriendorf.

Kleines Feriendorf in Schweden am Wasser
Kleines Feriendorf in Schweden am Wasser

Leider ist auch hier im Winter alles wie ausgestorben, so bleibt uns nichts anderes übrig als alleine durch das verlassene Dorf zu laufen und ein paar Bilder zu machen. Vielleicht kommen wir noch einmal im Sommer hier her, da dieser Platz wirklich einzigartig ist.

Ein Stück weiter noch zu einer kleinen Anlegestelle die ins Wasser reicht und dann ist es an Zeit zurück zu gehen. So schnell die Sonne aufgegangen ist, so schnell verschwindet sie auch wieder am Horizont und wir wollen nicht in der Dunkelheit verlassen im Wald umherirren.

Kathy spielt an einem kleinen Anlegesteg in Schweden mit Schnee

Als wir zurück zu unserem Van kommen, sehen wir die Sonne gerade hinter den Bäumen verschwinden. Wir sind etwas durchgefroren, trotz der Tatsache, dass es im Vergleich wirklich angenehm „warm“ war. Trotzdem war der kleine Ausflug an der frischen Luft eine Wohltat und wir sind bereit uns wieder hinters Steuer zu klemmen.

Afrifys Van in Schweden beim Boondocking

Heute liegen noch einige Kilometer vor uns, deshalb räumen wir schnell alles im Van um und machen uns erneut auf die Reise, weiter zum Nordkap.

Uns Interessiert was Du bisher erlebt hast. Hast Du bereits Erfahrung mit dem Boondocking? Kennst Du schöne Plätze, die man unbedingt mal gesehen haben sollte? Schreibe es einfach in die Kommentare und teile Deine Erfahrungen mit uns. Wenn Du wissen möchtest, wie es weitergeht, dann schau einfach mal hier. Wenn Du uns gerne auf Instagram besuchen möchtest, dann wirst Du hier fündig. Dann bis zum nächsten Teil auf unserer Reise im Van über Weihnachten ans Nordkap.

Afri
100 % sarchotic is er, der liebe Afri. Manchmal auch etwas verwirrt, konzeptlos und will immer zu viele Schritte auf einmal nehmen. Außerdem hat er eigentliche viel zu viel um die Ohren. Trotzdem bemüht er sich regelmäßig ein paar sympathische Artikel im Bereich Fotografie, Reisen und seiner geliebten Kolumne zu veröffentlichen. "Ich freue mich sehr, wenn Dir meine Artikel gefallen. Natürlich ist die Freude umso größer, wenn Du es schaffst auch noch einen Kommentar zu verfassen. Ich freue mich auf Dein Feedback und konstruktive Kritik."
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