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Kopenhagen auf dem Weg ans Nordkap
Reisen

Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap – Teil 2

Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap - Teil 2
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Afri

Autor, Blogger, Streamer, Fotograf bei Afrify
100 % sarchotic is er, der liebe Afri. Manchmal auch etwas verwirrt, konzeptlos und will immer zu viele Schritte auf einmal nehmen. Außerdem hat er eigentliche viel zu viel um die Ohren. Trotzdem bemüht er sich regelmäßig ein paar sympathische Artikel im Bereich Fotografie, Reisen und seiner geliebten Kolumne zu veröffentlichen.

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Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap - Teil 2
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Kopenhagen, wir kommen. Eine charmante Stadt deren Geschäfte selbst am Sonntag vor Weihnachten geöffnet haben.

Als wir heute morgen um 9 Uhr aus dem Fenster schauten, erwartete uns grauer Himmel, starker Wind und Regen, der sich nicht entscheiden konnte in welche Richtung er fallen wollte. Die Regentropfen prasselten gegen die Fenster und die kleine Pferdeweide, auf die man von Kathys Balkon schauen kann, hatte sich über Nacht in eine Matschlandschaft verwandelt.

Es gab noch so viel was wir in den Van räumen mussten, aber bei dem Wetter war das unmöglich. So taten wir, was jeder vernünftige Mensch tun würde, der rund 4000 Kilometer ans Nordkap zu fahren hat, wir setzen uns an den Küchentisch und tranken ganz in Ruhe Kaffee. Schließlich war es der erste Tag von zwei Wochen, die wohl die meisten als Urlaub bezeichnen würden. Irgendwann zeigte sich die Sonne und wir legten los.

Urlaub geht anders. Das ist Vanlife und wir fahren im Winter ans Nordkap.

So eine lange Reise mit dem Van im Winter nach Nordeuropa kann man nicht wirklich als Urlaub bezeichnen. Es ist viel mehr eine Challenge. Es ist die Herausforderung auf engstem Raum und bei Kälte zu zweit mit so wenig Gegenständen wie möglich existieren zu können. Es ist eine Quest bei der der kleine Van eine lächerlich weite Strecke an den höchsten Punkt Europas getrieben wird. Urlaub bedeutet für viele Erholung auf einer Strandliege mit einem Cocktail in der Hand. Wir suchen das Abenteuer.

Jeder der es selbst mal versucht hat, wird wissen wie sich eine solche Reise anfühlt und dass dieses Gefühl von keinem Pauschal-Urlaub erreicht werden kann. Aus unserer Sicht bietet solch eine Reise mit dem Van aber noch viel mehr. Nämlich Erinnerungen und persönlichen Erfahrungen, die wir beide bei Urlaubsreisen aus dem Katalog nie finden könnten. Zu wenig bietet da das Sonnenbaden in Ägypten und die immer selben Sehenswürdigkeiten, die von Touristen überrannt werden.

Mittelmäßige Laune bei anhaltendem Regen und ewigen Staus.

Es ist kurz vor Weihnachten und die Temperaturanzeige auf dem Navi sagt 7°C. Es fühlt sich an als würden wir mitten im Herbst verreisen und den Regenwolken hinterherjagen. Dabei scheint es zwei Faktoren zu geben, die deutsche Autofahrer völlig aus dem Konzept bringen. Zum einen der anhaltende Regen und zum anderen die Tatsache, dass es der Samstag vor Weihnachten ist. Beides erzeugt Unsicherheit bei den einen und Frust, der sich auf der linken Spur entlädt, bei den anderen. Während sich also die Staus wegen Unfällen häufen, hoffen wir auf unser erstes Etappenziel, Dänemark.

Empfangskomitee an der dänischen Grenze. DER NIEDERLÄNDER WARS!

Gebührender Empfang an der dänischen Grenze

Nach etwa sieben Stunden haben wir dann die dänische Grenze erreicht und werden gebührend empfangen. Blaue und gelbe Lichter wächseln sich ab und erzeugen ein farbenfrohes Spiel in der Dunkelheit. Während ein holländisches Fahrzeug zur Privatsprechstunde bei der Grenzpolizei zitiert wird, können wir nach einem lockeren Spruch des Beamten einfach weiter fahren. Klare Sache, so wie wir aussehen können wir nur harmlos sein. Der Weihnachtsbaum auf dem Armaturenbrett ist das beste Aushängeschild für wachsame Polizisten.

Die ersten Kilometer auf dänischen Autobahnen zeigen entgegen aller Erwartung, dass auch die Dänen im Weihnachtsstress sind. Das gleiche Spiel wie in Deutschland geht weiter. Schnelles Überholen von links und unfassbar dichtes Einscheren vor uns. Da die letzten Stunden schon recht anstrengend waren und wir einfach nur müde sind, entscheiden wir uns kurzerhand für einen netten Parkplatz in Kolping. Bisher hat uns die App Park4Night nie im Stich gelassen und auch in Dänemark finden wir eine tolle Beschreibung eines Stellplatzes direkt am Meer.

Der erste Morgen ist immer der Schlimmste. Aber die Aussicht entschädigt alles.

Schöne Aussicht mit dem Van in Kolping.

Ganz klar spielt im Winter das Wetter eine entscheidende Rolle. Regen ist eben nicht so toll, da man ausschließlich auf den kleinen Raum im Van reduziert ist. Irgendwie sammelt sich auch viel schneller der Schmutz im Auto. Trotzdem haben wir uns am ersten Morgen die Zeit genommen etwas die Aussicht zu genießen und uns zu ordnen. Wenn man längere Zeit nicht mit dem Van unterwegs war hat man sich recht schnell an den Komfort einer Wohnung gewöhnt und muss erstmal sein Leben auf diesen winzigen Raum einstellen. Also grob gesagt, der erste Morgen ist etwas chaotisch und bedarf einiger Improvisation.

Erstmal einen Kaffee und dann den Tagesplan aufgestellt. Kopenhagen muss definitiv mit in die Reiseplanung.

Wenn nach dem ersten Kaffee alle Schlaffalten aus dem Gesicht verschwunden sind, fühlt man sich bereit für den Tag. Noch ein paar Aufnahmen für Instagram und die Familien-Whatsapp-Gruppe kann es dann losgehen. Ein Besuch in Kopenhagen gehört auf der Reise zum Pflichtprogramm. Wir wussten vorher nicht, dass in Kopenhagen auch Sonntags normale Ladenöffnungszeiten gelten und so tümmelten sich in der Fußgängerzone allerhand Menschen, die noch nach passenden Geschenken suchten.

Kopenhagen zur Weihnachtszeit

Leider hatte am 23.12. in Kopenhagen kein „normaler“ Weihnachtsmarkt mehr geöffnet. Das einzige was wir finden konnten war eine Art Freizeitpark mit Weihnachtsmotto. Der Tivoli Weihnachtsmarkt bietet Erlebnishungrigen auch in der Winterzeit den gewissen Nervenkitzel. Allerhand Fahrgeschäfte locken die Besucher auch noch kurz vorm Fest. Da wir allerdings einen relativ kurzen Zwischenstopp in Kopenhagen eingelegt haben, sparten wir uns den Eintrittspreis und investierten lieber in Kaffee. Ein leckerer Jule Latte im Espresso House gehört in der Weihnachtszeit einfach dazu. Im Anschluss sind wir dann noch etwas durch die Stadt geschlendert und schon war es Nachmittag. Während es bei uns in Deutschland noch 1-2 Stunden länger hell ist, wurden in Kopenhagen um 16 Uhr bereits in allen Häusern die Lichter eingeschaltet.

Kopenhagen Christiansborg
Kopenhagen Christiansborg

Der Rest des Tages muss aus Fahren bestehen, sonst kommt man nie am Nordkap an.

Jeder der solch eine Reise in Angriff nimmt, sollte sich darüber bewusst sein, dass sehr viel Zeit beim Fahren verbracht wird. Wir haben durchaus geplant auch möglichst viele schöne Ecken in Nordeuropa zu sehen, aber das Autofahren ist nun mal ein sehr großer Bestandteil. Trotzdem ist es bisher eine ziemlich aufregende Tour und der erste Tag war mehr als ausgefüllt.

Während ich diesen Beitrag schreibe haben wir es uns im Van gemütlich gemacht und verbringen den Abend zusammen auf der „Couch“. Morgen ist Weihnachten. Und wir haben uns vorgenommen etwas weniger zu fahren und vielleicht lieber etwas in Stockholm zu unternehmen. Aber der Reiz an solchen Reisen ist, dass man sich nie festlegen muss.

Lass mich gerne wissen, ob Du Dir auch so eine Reise über Weihnachten vorstellen könntest. Wir sehen uns im dritten Teil, wenn es wieder heißt „Mit dem Van über Weihnachten ans Nordkap“. Solltest Du den ersten Teil verpasst haben, dann schau mal hier.

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100 % sarchotic is er, der liebe Afri. Manchmal auch etwas verwirrt, konzeptlos und will immer zu viele Schritte auf einmal nehmen. Außerdem hat er eigentliche viel zu viel um die Ohren. Trotzdem bemüht er sich regelmäßig ein paar sympathische Artikel im Bereich Fotografie, Reisen und seiner geliebten Kolumne zu veröffentlichen. "Ich freue mich sehr, wenn Dir meine Artikel gefallen. Natürlich ist die Freude umso größer, wenn Du es schaffst auch noch einen Kommentar zu verfassen. Ich freue mich auf Dein Feedback und konstruktive Kritik."
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