Reise an den See
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Reise, Reise – Die Art wie ich am liebsten reise

Reise, Reise - Die Art wie ich am liebsten reise
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Afri

Autor, Blogger, Streamer, Fotograf bei Afrify
100 % sarchotic is er, der liebe Afri. Manchmal auch etwas verwirrt, konzeptlos und will immer zu viele Schritte auf einmal nehmen. Außerdem hat er eigentliche viel zu viel um die Ohren. Trotzdem bemüht er sich regelmäßig ein paar sympathische Artikel im Bereich Fotografie, Reisen und seiner geliebten Kolumne zu veröffentlichen.

"Ich freue mich sehr, wenn Dir meine Artikel gefallen. Natürlich ist die Freude umso größer, wenn Du es schaffst auch noch einen Kommentar zu verfassen. Ich freue mich auf Dein Feedback und konstruktive Kritik."
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Beim Reisen findest Du Dein eigenes Tempo

Es war sicherlich eine Herausforderung. Ich bin noch nie ganz alleine durch die Welt gereist. Niemand konnte es fassen, dass ich nur auf mich gestellt einfach losfahren will. Als ich gefragt wurde, wohin ich fahren wolle, konnte ich keine vernünftige Antwort darauf geben. Das Ziel meiner Reise war unklar und alles was ich hatte war mein Van, meine Sachen die ich unbedingt dabei haben wollte und einen vollen Tank. Reicht das nicht eigentlich? Braucht man wirklich immer ein Ziel?

Ich brauchte keins. Ich habe Google-Maps geöffnet, geschaut wo ich noch nie war und bin losgefahren. Einfach weg. Bis zu diesem Zeitpunkt fand ich es immer lustig wenn jemand sagte „Der Weg ist das Ziel“. Aber genau das war es. Der Weg auf dem ich mich befand war das Ziel und ich wollte herausfinden, wie es sich anfühlt. Wie es ist ganz alleine zu verreisen. In ein fremdes Land und Orte an denen man noch nie war. Die größte Angst bestand nicht darin, ob ich ausgeraubt oder verschleppt werden könnte, sondern in den Gedanken ob mein Auto durchhält oder ich am Ende mitten in der Nacht irgendwo im Nirgendwo mit einer Reifenpanne stehe. Eigentlich eine ganz banale Sache, aber es war zu dem Zeitpunkt die Sorge, die mich am meisten beschäftigte.

Während ich fuhr und schlief und wieder fuhr fiel mir auf, dass ich viel zu schnell unterwegs war. Ich fuhr den ganzen Tag um an einem Ort anzukommen. Dann übernachtete ich dort und fuhr am nähsten Vormittag schon wieder weiter. Alleine-Reisen bedeutet sein eigenes Tempo zu finden und mit sich selbst klar zu kommen. Allerdings muss man erstmal lernen für sich alleine den Moment zu genießen. An einem schönen Ort alleine zu verweilen war mir zu diesem Zeitpunkt mehr als fremd. Irgendwann hatte ich gelernt meine Reise etwas zu verlangsamen und die wundervollen Orte an die ich kam und die Menschen die mir begegneten zu genießen.   

Am Meer in Kroatien. Blick aus dem Van aufs Meer. Am Morgen nach dem Boondocking am Strand.

Beim Alleine-Reisen findest Du Deinen eigenen Lebensrhythmus

Wenn ich lange Auto fahre oder es gerade irgendwie monoton wird, mache ich gerne dumme Scherze. Zu schade wenn diese Scherze aber kein Beifahrer oder Mitreisender mitbekommt. Niemand lacht oder unterhält sich während der Autofahrt. So banal es klingen mag, aber das war die Sache die ich zuerst bemerkt habe und die mir während der gesamten Zeit am Meisten aufgefallen ist. Auf der anderen Seite lernt man schnell über seine eigenen Witze zu lachen oder beginnt einfach einen Monolog. In diesen Momenten merkt man wie wichtig Kommunikation und sozialer Umgang sind. Der positive Aspekt, man kann so laut und so schief man möchte bei den schrecklichsten Liedern mitsingen, ohne Angst zu haben, dass sich der Beifahrer gleich aus dem Auto stürzt.  

Mit der Zeit entwickelt man seinen eigenen, ganz persönlichen Lebensrhythmus. Am Anfang braucht man eine Morgenroutine. Der Morgen entscheidet wie gut Dein Tag wird. Meist war ich sehr früh wach und ausgeschlafen. Es fühlt sich großartig an am Meer zu stehen, um sieben die Heckklappe zu öffnen und der Sonne beim Aufgehen zuzusehen. Mit einem Kaffee in der Hand und noch im Schlafsack liegend, einfach unvergesslich.

Was fängt man mit der Zeit an?

Was für einen Alleinreisenden aus meiner Sicht eine sehr große Herausforderung darstellt ist das sinnvolle Füllen des Tagesprogramms. Durch Städte zu spazieren hat, wenn man alleine unterwegs ist, einen ganz anderen Reiz. Ich möchte nicht behaupten, dass es schöner ist. Ich reise furchtbar gerne zu zweit. Aber alleine hat man die Möglichkeit seinen ganz eigenen Plan aufzustellen. Man entscheidet unabhängig von den Interessen eines Anderen. Wenn ich eine Stadt sehen wollte, habe ich sie mir angeschaut, wenn ich einen ganzen Tag nur im Van sitzen und aufs Meer schauen wollte, dann habe ich mich dafür entschieden. Wenn ich bei bestem Wetter Lust hatte einfach nur im Van ein paar Filme auf dem Tablet zu schauen, war es ebenso gut.

Der Blick aufs Meer in Kroatien aus dem Van. Am Strand bei Sonnenschein.

Wenn Du alleine reist, findest Du Deinen eigenen Lebensrhythmus. Da sich auf der Reise alles nur um Dich dreht, lernst Du sehr schnell Deine eigenen Bedürfnisse kennen. Wie oft brauchst Du einen Platz an dem Du länger verweilst, wie viel Tagesprogramm füllt Dich aus. Brauchst Du täglich eine Dusche oder reicht Dir auch der Sprung ins Meer. Schläfst Du gerne lange, oder magst Du es früh den Tag zu beginnen.  Alles Fragen, die Du nur Dir selbst stellen musst. Es ist niemand da, der den eigenen Rhythmus beeinflusst oder auf den man Rücksicht nimmt. Man selbst steht im Mittelpunkt und das ist für viele Menschen und so auch für mich selbst nicht immer ganz selbstverständlich. Manchmal muss man auch das erst lernen.

Das ist Boondocking #nocamping

Am Anfang war es sehr ungewohnt und es war auch etwas beängstigend. Irgendwo auf Youtube hatte ich während der Vorrecherchen etwas von Boondocking gehört. Menschen hatten einen Camper-Van, der im Idealfall von außen wie ein ganz normaler Van aussah und übernachteten einfach wo sie gerade einen schönen Platz fanden. Selbst mitten in der Stadt fielen diese Vans nicht auf, wenn sie an irgend einer Straße geparkt waren und darin jemand schlief. Da ich Geld sparen wollte, entschied ich mich für genau diese Variante des Reisens. Ich übernachtete auf kostenlosen Parkplätzen die die App Park4Night ausspuckte.

Fühlst Du Dich sicher?

Anders als auf einem Campingplatz hat man nicht immer eine Toilette oder eine Dusche in der Nähe. Auch der scheinbare Schutz eines eingezäunten Campinggeländes fehlt natürlich vollständig. Bedenkt man aber, wie viele Wohnwagen und Mobile auf Campingplätzen in einer Saison aufgebrochen werden, ist dieses umzäunte Kleinod der Urlaubsreisenden gar nicht so sicher wie man sicher immer einreden möchte. Trotz dieser Tatsache fühlt man sich im ersten Moment etwas verlassen und verletzlich, wenn man alleine in einem kleinen Van auf einem dunklen Parkplatz an irgend einem Waldrand steht. Jedes Geräusch klingt sonderbar und man befürchtet, dass jeden Moment jemand an den Van klopft und fragt was man da macht.

Mit dem Van durch Europa. Beim Boondocking auf einem Parkplatz am Waldrand.

Die erste Nacht im Van war die Hölle. Ich konnte kaum ein Auge zumachen und bei jedem Geräusch bin ich hochgeschreckt und musste aus den kleinen Fenstern an der Seite schauen woher das Geräusch kam. Je mehr Nächte vergingen, umso spannender wurde das ganze aber und dieses unangenehme Gefühl verschwand. Tatsächlich gibt es nicht viele Dinge, vor denen man Angst haben muss, besonders wenn man in einem Van schläft. Ich gehe bei der Wahl des Schlafplatzes immer nach einem sehr einfachen Prinzip vor. Wenn mir mein Bauchgefühl sagt, dass ich mich sicher fühle, bleibe ich. Sagt mir mein Bauchgefühl etwas Anderes, fahre ich weiter.

Das Bauchgefühl entscheidet

Eine Nacht stand ich mit meinem Van in einem kleinen Dorf auf einem recht großen Parkplatz, der den Abend über eigentlich sehr ruhig war. Allerdings versammelten sich nachts einige junge Leute mit ihren Autos dort. Sie hörten laut Musik und tranken. Als dann jemand mit einer Taschenlampe in meinen Van leuchtete riet mir mein Bauchgefühl einfach, dass es besser wäre einen anderen Platz zu suchen. Das gehört nun mal auch zum Boondocking. In bestimmten Situationen sollte man einfach flexibel genug sein und sich einen neuen Schlafplatz suchen, wenn man sich an einem bestimmten Ort nicht sicher fühlt. Es ist eben kein Camping und man verweilt anders als bei einem klassischen Campingurlaub nicht für mehrere Wochen an einem Ort. Man ist meist unterwegs und bleibt nur selten länger an einem Platz.  

Der Vorteil an dieser eher mobilen und wenig stationären Art des Reisens ist zum einen ganz klar die Kostenersparnis. Eine Übernachtung auf einem Campingplatz ist nicht nur in der Hauptsaison ein kostspieliges Vergnügen. Auf der anderen Seite sieht man beim Boondocking auch einfach Plätze, Orte und Ecken, die man auf einem Campingplatz nie entdeckt hätte und die diesen um Längen übertreffen. Zudem ist natürlich der Nervenkitzel und dieses Stück Ungewissheit, wo man die Nacht verbringen und am nächsten Morgen aufwachen wird ein weiteres Highlight jeder Reise. Man muss es eben mögen.

Am Strand in Südfrankreich. Beim Boondocking mit dem Van am Strand.

Wie sieht für mich die ideale Variante des Reisens aus?

Ich glaube viele würden mir zustimmen, dass eine „ideale Variante“ des Reisens als festes Kriterium im Sinne von „So werde ich immer reisen“, nicht existiert. Vieles ist von der momentanen Gemütslage, dem was man erleben möchte oder auch dem Geld was man zur Verfügung hat abhängig. Mit Gewissheit kann ich sagen, dass Campingplätze und All-Inklusive-Hotels nicht mein Geschmack sind. Aber ich kann sowohl der Übernachtung in Hostels bei Städtereisen, dem Backpacking aber eben auch dem Reisen im Van sehr viel abgewinnen.

Bei der hier beschriebenen Reisevariante im Van besteht der Vorteil ganz klar darin, dass man mit einem Auto sehr flexibel an bestimmte Orte reisen kann und dabei immer einen gewissen Komfort zur Verfügung hat. Während man beim Backpacking auf einige Dinge wegen des Gewichts verzichten muss und beim Aufenthalt im Hostel zumindest für eine gewisse Zeit lokal gebunden ist, hat man mit dem Van die meisten Sachen, auf die man Wert legt dabei und ist immer in höchstem Maße flexibel. Wenn es mir an einem bestimmten Ort nicht mehr gefällt fahre ich weiter und wenn ich gerne noch einen Tag bleiben mag, dann kann ich das ebenso frei entscheiden. Durch das Boondocking muss ich mich dabei nicht einmal an die An- und Abreisezeiten eines Campingplatzes halten.

Zu zweit oder alleine?

Viel entscheidender ist aber aus meiner Sicht die Frage, alleine oder zu zweit zu reisen. Auch wenn das Alleine-Reisen für mich eine Erfahrung war, die ich unbedingt sammeln wollte, reise ich viel zu gerne mit einem Partner. Ich mag es sich unterwegs austauschen zu können, zusammen zu planen und Eindrücke und Erfahrungen gemeinsam zu sammeln. Während man in einem Hostel sehr schnell Anschluss zu anderen Menschen findet, ist es im Van nicht immer ganz so einfach. Vielleicht lag es aber zu dieser Zeit auch etwas an mir selbst, da ich eigentlich gerne für mich alleine bleiben wollte. Trotzdem würde ich das Reisen zu zweit immer vorziehen und habe auch wenig Probleme mich auf mein Gegenüber bei verschiedenen Dingen einzustellen. Es ist am Ende des Tages auch wesentlich schöner gemeinsam einzuschlafen und morgens neben einem anderen Menschen aufzuwachen.

Gehe ich also nach meiner derzeitigen Gemütslage ist für mich das gemeinsame Reisen im Van die Form, die mir am besten gefällt und sicherlich viele Urlaube füllen wird.

Hast Du bei Deinen Reisen andere Erfahrungen gesammelt oder möchtest gerne Deine liebste Art des Reisens erzählen, dann schreib es doch einfach in die Kommentare. Ich würde mich sehr freuen zu sehen, wie Du Deine Urlaube oder Deine Freizeit verbringst.

Afri
100 % sarchotic is er, der liebe Afri. Manchmal auch etwas verwirrt, konzeptlos und will immer zu viele Schritte auf einmal nehmen. Außerdem hat er eigentliche viel zu viel um die Ohren. Trotzdem bemüht er sich regelmäßig ein paar sympathische Artikel im Bereich Fotografie, Reisen und seiner geliebten Kolumne zu veröffentlichen. "Ich freue mich sehr, wenn Dir meine Artikel gefallen. Natürlich ist die Freude umso größer, wenn Du es schaffst auch noch einen Kommentar zu verfassen. Ich freue mich auf Dein Feedback und konstruktive Kritik."
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